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Michail Gorbatschow : Führende Politiker versäumen, auf die Bedrohung der Menschheit zu reagieren

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«Seit zwei Jahrzehnten hat es die internationale Gemeinschaft kläglich versäumt, auf die Bedrohungen der Menschheit und der Umwelt zu reagieren. Stattdessen verfährt sie angesichts ihres kurzsichtigen und gefährlichen Umgangs mit dem Klimawandel und der nachhaltigen Entwicklung nach dem Prinzip „Profits over People“», sagt Michail Gorbatschow, Gründer von Green Cross International (GCI).

Michail Gorbatschow meldete sich via Videoschaltung aus Moskau auf einer Pressekonferenz zum 20-jährigen Jubiläum von GCI, der Nichtregierungsorganisation, die er nach dem Erdgipfel von Rio 1992 gegründet hatte, um die miteinander verflochtenen Herausforderungen der Umweltzerstörung, Sicherheit und Armut anzugehen.

«Die Ursache der Krise ist klar», sagte Green-Cross-Gründungspräsident Gorbatschow. „Die Weltbevölkerung wird bis ins Jahr 2050 neun Milliarden übersteigen. Dieser Bevölkerungsdruck, verbunden mit einer sich auflösenden Weltwirtschaft und ungezügelter Ausbeutung von natürlichen Ressourcen, wird das Leid der Menschen weiter schüren, die Armut verbreiten, die menschliche Sicherheit beeinträchtigen, zusätzliche Konflikte verursachen und die Umweltzerstörung weitertreiben. Gefragt ist eine Perestroika der Nachhaltigkeit, um bei den Menschen einen tiefgreifenden Wertewandel in Bezug auf ihr Leben und jenes ihrer Kinder sowie – besonders wichtig – auf unseren gemeinsamen Planeten zu bewirken.»

GCI-Präsident Alexander Likhotal sagte: «Systematische und integrierte Lösungen werden dringend benötigt. Kurzfristige ‚Optimierung‘ kann zu langfristigen Katastrophen führen. Die politischen Führer dürfen vor den Dimensionen der Herausforderung nicht die Augen verschliessen und müssen anerkennen, dass schrittweise Veränderungen nicht länger ausreichen.»

Der GCI-Vorstandsvorsitzende Jan Kulczyk ergänzte: «Die Weltwirtschaft muss eine ganz neue Richtung einschlagen. Eine starke Partnerschaft zwischen Regierungen, Zivilgesellschaft und Unternehmen ist entscheidend, denn die Marktkräfte können die gewaltige Umstellung, die nötig ist, nicht allein herbeiführen. Unsere Visionen und Ziele müssen langfristig und strukturiert sein, damit unsere Kinder und Enkelkinder von denselben Vorzügen des Planeten profitieren können, die für uns selbstverständlich geworden sind. Die Grüne Wirtschaft stellt eine tragfähige Lösung dar, damit unsere Visionen Wirklichkeit werden. Unternehmen können und sollen im Bereich nachhaltiger Produktions- und Handlungsweisen eine Führungsrolle übernehmen. »

Seit 1993 setzen GCI und sein Netzwerk von nationalen Organisationen in rund 30 Ländern auf Dialog und Vor-Ort-Massnahmen, um die Nachhaltigkeit, Sicherheit und Zusammenarbeit auf allen Ebenen zu fördern. Zu den Höhepunkten gehören:

  • Bildung: Erreichte mit innovativen Bildungsinitiativen wie dem „Earth Charter“-Kunstwettbewerb und dem in Schulen durchgeführten Umwelttagebuch-Projekt über 1 Million Kinder.
  • Entmilitarisierung: Ermöglichte die gefahrlose Vernichtung von über 57 000 Tonnen Chemiewaffen; förderte die Unterzeichnung und Einhaltung von bilateralen und multilateralen Waffenabkommen, in denen es um Kern- und Chemiewaffen geht.
  • Wasser: Trat für die 2010 erfolgte Ratifizierung des Menschenrechts auf Wasser und Sanitärversorgung ein; förderte die UN-Konvention über grenzüberschreitende Wasserläufe und unterirdische Wasservorkommen; stellte in Afrika, Lateinamerika, Asien und Osteuropa eine sichere Wasser- und Sanitärversorgung bereit.
  • Gesundheit und Sozialfürsorge: Unterstützte in den Bereichen Gesundheit, Sozialwirtschaft und Bildung über 30 000 Opfer der Atomkatastrophe von Tschernobyl, des Entlaubungsmitteleinsatzes in Südostasien und der Chemiewaffenangriffe in den kurdischen Gebieten des Nordirak.
  • Intelligente Energie: Engagierte sich für sichere, erneuerbare Energieoptionen, um die globale Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen und Kernenergie zu verringern.

Aus Anlass seines 20-jährigen Bestehens führt GCI in den nächsten Monaten eine Reihe von Veranstaltungen durch, darunter die Generalversammlung (2. September) und die Erddialog-Konferenz (3. September) am Sitz der Vereinten Nationen in Genf.

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Skype: paul.garwood

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